3. Chorreise nach Südafrika
08.03. - 26.03.2008

Fotos von der Reise: In unserer Fotogalerie 

Wir freuen uns, allen Freunden und Interessierten mitteilen zu können, dass die Reise des Chorprojektes Shosholoza nach Südafrika rückblickend in vollem Umfang erfolgreich und, noch darüber hinaus, einfach wunderbar war!

Die im Verlauf der Reise erfahrenen mannigfaltigen Einblicke in die aktuelle (sozial)-politische / gesellschaftliche Situation Südafrikas, die zahlreichen, tief beeindruckenden menschlichen Begegnungen, die vielen „neuen“ mitgebrachten Lieder... all das zusammen bietet eine solide Grundlage für den Chor, hier in Niedersachsen im Interesse der angestrebten Entwicklungszusammenarbeit mit Südafrika auch weiterhin umfassend und vor allem energiegeladen und voller Freude tätig zu sein.

Die Reise hatte „ insbesondere zum Ziel, sich vor Ort zu informieren und auseinander zu setzen mit der Geschichte, der Gegenwart und den Lebensbedingungen der Menschen in Südafrika. Bestehende Kontakte zu Menschen und Projekten sollen vertieft werden, auch im Zusammenhang mit Fortbildungen, um die Arbeit des Chorprojektes zu überprüfen, zu erweitern und zu aktualisieren“ (Auszug aus unserem Projektantrag).

Hier nun ein Überblick über die während der Reise erlebten Begegnungen mit „unseren“ Projekten,  den durchgeführten Workshops und Fortbildungen und den geführten Gesprächen / dem Austausch mit Menschen in Südafrika.

Es existiert auch ein Gesamtprotokoll der Reise, ein „Tagebuch“, das zu den jeweiligen Daten  weitere umfangreiche Sach-Informationen sowie Einblicke in die beeindruckende Vielfalt und Tiefe unserer Reiseerlebnisse bietet und nach Anfrage gerne eingesehen werden kann. 

An dieser Stelle sei angemerkt, dass sich der Chor neben der Durchführung der geschilderten Aktivitäten während der gesamten Reise in einem ständigen internen Austausch (regelmäßige Plenums, Gedankenaustausch, Aufarbeiten der Workshop-Inhalte etc.) befunden hat.   

Die Chormitglieder reisten von verschiedenen Abflugorten Deutschlands (mit unterschiedlichster Verspätung) an und trafen sich dann glücklich am 09.03.2008 in der Mittagszeit am Flughafen Johannesburg.

Wir nahmen bescheidenes Quartier in einem Gemeindezentrum namens „Ipelegeng“ im Zentrum des Township Soweto (South-West-Township), zu dem wir von dem Busunternehmen „David Luthaga“ gebracht wurden, einem jungen, ausschließlich von schwarzen Fahrern und Reiseleitern betriebenen lokalen Unternehmen, dass uns dann während der gesamten Reise begleiten sollte.

Unsere ersten Aktivitäten begannen schon am Nachmittag des gleichen Tages mit dem Besuch des Hector-Peterson-Museums und einer anschließenden Stadtrundfahrt durch Soweto.

Diese beiden Exkursionen stimmten uns eindringlich auf die Geschichte der Schwarzen in Südafrika ein und gaben uns erste, durchaus erschütternde, aber auch Hoffnung erweckende Einblicke in den aktuellen Stand der dortigen Verhältnisse. Den nächsten Tag verbrachten wir in äußerst intensivem Austausch und bei einem Workshop mit einem „unserer“ Projekte, dem „Victory Sonqoba Theatre Company“ unter der Leitung von Bongani Linda.

Der lebendig gestaltete und für unsere weitere Chorarbeit sehr lehrreiche Workshop fand im YMCA in Orlando, einem Stadtteil Sowetos, statt.

Insbesondere die aktuelle Sichtweise auf HIV/Aids wurde uns durch die uns gelehrten „neuen“ Lieder und eine szenische Bühnen-Aufführung (das aktuelle Theaterstück) der Gruppe transparent. Wir stellten alsbald fest, dass diese jungen ProjektmitarbeiterInnen hoch engagiert sind und mit großer Überzeugung an der allgemeinen Aufklärungsarbeit zum Thema (durch ihre öffentlichen Auftritte in Gesang / Storytelling, Theater) beteiligt sind.

Der spätere Austausch mit Bongani Linda öffnete unseren Blick für die neuere Entwicklung im Lande. Sei es zu HIV/Aids oder auch zur allgemeinen Gesellschaftsstruktur. Hier wird deutlich, dass es im Land zunehmend  zu einer Problemverschiebung vom Rassen- zum Klassenproblem kommt, wobei die „Apartheid“ nach unserem Eindruck noch lange nicht überwunden ist.

Die Reise führte uns am nächsten Tag nach Vryheid um dort „unserem“ zweiten Projekt, dem befreundeten „Bayede Chor“, zu begegnen.

Die große, lebendige Freude, mit der wir dort nach langer Busfahrt am frühen Abend empfangen wurden, hat uns sehr berührt. Schnell spürten wir, dass hier, wie von uns gewünscht, ein inzwischen wirklich partnerschaftlich geprägtes Verhältnis gewachsen ist, das der althergebrachten „Geber-Nehmer-Struktur“ nun bald völlig entbehren wird.

In Vryheid besuchten wir am nächsten Tag eine Förderschule (Inkanyiso) und konnten durch eine beeindruckende kulturelle Aufführung (Tanz und Gesang) seitens der SchülerInnen sowie bei einer Führung durch die Einrichtung einen umfassenden Einblick in das Schulkonzept und die täglichen Leistungen des Lehrpersonals und der Schulkinder gewinnen.

Anschließend besuchten wir in Begleitung der „Bayedes“  die „Kwa Bhana- Highschool“,   wo wir mit großer Begeisterung empfangen wurden. Auch hier gab es für uns eine überaus vielseitige und mitreißende „Bühnenshow“ (auf dem Schulhof), die an Dynamik kaum zu übertreffen war. Auch die Bayedes boten Stücke dar und Shosholoza durfte ebenfalls „auftreten“ und erntete tosenden Applaus. Immer wieder machten wir die Erfahrung, dass es den Südafrikanern tiefe Freude bereitet, dem Shosholoza-Chor zuzuschauen und zuzuhören. Ihre Sprache aus weißem „Freundes-Mund“ zu hören, „ihre“ Lieder wiederzuerkennen... Das berührt sie sehr.

Noch am selben Tag fuhren wir in den Wohnbezirk, in dem die meisten Bayedes leben. Wir durften sie in ihren einfachen Häusern besuchen und uns ein wenig dort umsehen.

30 Minuten Besuchszeit waren vereinbart... Niemandem sollte es zu viel werden, die Freunde aus dem reichen Deutschland zu Gast zu haben. Tapfer stellten sich die jungen Bayedes dieser Herausforderung. Das Vertrauen zwischen ihnen und dem Shosholoza-Chor war wohl nun groß genug für eine derart persönlich gefärbte Begegnung. Für den Shosholoza-Chor boten diese Besuche und Gespräche einen zwar nur kleinen aber umso klareren Eindruck von der Armut, in der ein hoher Prozentsatz der südafrikanischen Bevölkerung  leben muss.

Der abendliche Auftritt der Bayedes in der City Hall, der speziell für uns organisiert wurde, bestärkte uns noch einmal in unserer Überzeugung, dass dieses Projekt auch weiterhin zu fördern ist.

Am 14.03.08 trafen wir  am Nachmittag in Durban ein und verbrachten mehrere Stunden bei intensiven Gesprächen mit Brian Thusi (ein bekannter südafrikanischer Jazzmusiker), dem Initiator und Manager des „Siyakhula Community Music Centre“ (SCMC), ebenfalls eines „unserer“ Projekte. Eine Kleingruppe aus unserem Chor führte zur selben Zeit ein Gespräch/Interview mit Mandisa Blamini, einer der federführenden MitrbeiterInnen des Gesundheitsamtes Durban um sich Informationen über die derzeitige Arbeit gegen HIV/Aids in Südafrika auf nationaler Ebene und insbesondere im Distrikt Kwa Zulu Natal  einzuholen. Informationen, die für die weitere Arbeit des Chores von besonderer Wichtigkeit sind. Am folgenden Tag besuchte uns die ehemalige Managerin des Bayede-Chores und begleitete uns durch den Tag. Natürlich kam es auch mit ihr zu intensiven Gesprächen über die derzeitige gesellschaftspolitische Strukturen des Landes, über das tägliche Leben der Menschen hier und auch über die Gründe, die sie dazu bewogen haben, den Bayede-Chor zu verlassen.

Wir besuchten, 100 km entfernt von Durban, eine große, sehr vielseitig und lebensvoll gestaltete kulturelle Veranstaltung, den „Kwa Zulu Natal Cultural Carnival“, wo man uns  als „special guests“ willkommen hieß und mit großer Freundlichkeit „bevorzugt“ behandelte.

Anschließend, in der Gemeindehalle des Umlazi-Townships, arbeiteten Brian Thusi und einige seiner ProjektmitarbeiterInnen mit uns im Rahmen eines Workshops (Tanz und Gesang). Hier ging es um weitere „neue“ Lieder für uns, Bewegungsabläufe und natürlich auch um eine Darstellung des Projektes selbst.

Am Abend besuchten wir ein Konzert der Gruppe „Deo Quorum“  in einer Coloured-Community, bei der auch die Ministerin für Kunst, Kultur und Tourismus aus Kwa Zulu Natal anwesend war, Brian Thusis Ehefrau.

Hier gewannen wir einige wenige aber sehr eindrückliche Einblicke in die Besonderheiten der Lebensführung und Darstellungskunst der „farbigen“ Südafrikaner, deren Kultur bis dato in unserer Arbeit keine weitere Berücksichtigung gefunden hat.

Am nächsten Tag trafen wir eine andere Regionalgruppe der „Victory Sonqoba  Theatre Company“ unter der Leitung von Bongani Linda.

Hier wurde uns im „Bush-theater“, unter freiem Himmel, ein beeindruckendes Theaterstück  (uMhlanga – The Reed-Dance) dargeboten. So erhielten wir einen Einblick in die traditionelle Zulu-Kultur und ihren speziellen Umgang mit der Thematik HIV/Aids und der Haltung zu Fortschritt und „Neue Werte“ im Allgemeinen.

Im Anschluss wurde ein Workshop abgehalten, in dessen Verlauf wir zwei „neue“ Lieder und entsprechende Bewegungsabläufe einstudieren konnten.

Im Rahmen unserer Exkursionen in den landschaftlichen Reichtum Südafrikas hatten wir am 19.03.08 die Gelegenheit, bei The Haven ein Xhosa-Dorf zu besuchen und uns im Rahmen einer ausgiebigen Führung über die Lebensverhältnisse, die Traditionen und Lebensgewohnheiten der Dorfbewohner zu informieren.

Am 20.03.08 in Port Elisabeth angekommen, gab es ein freudiges Wiedersehen mit dem südafrikanischen Regisseur und Theaterpädagogen Monde Wani und seiner Frau Nomza. Monde Wani ist im Zusammenhang mit unserer neu erarbeiteten Form der Bühnen- Darbietung, das „Story-Telling“,  von besonderer Bedeutung, da er zu den Initiatoren dieser in Südafrika inzwischen sehr beliebten Form der „erzählenden szenischen Darstellung“ gehört und im Rahmen mehrerer Workshops mit uns ein Programm im Sinne des „Story-Telling“ erarbeitet hat.

Das nun stattfindende Treffen mit ihm hatte zum Ziel, diese Arbeit fortzusetzen und unser Programm entsprechend zu erweitern.

Die folgenden Tage fanden unter der Begleitung und Planung Mondes statt.

Neben einer ausführlichen Stadtführung per Bus durch Port Elisabeth und seine verschiedenen Distrikte und Townships, stand auch ein weiterer Workshop mit einem Chor, dem „Mthuthuzeli Choral Choir“ auf dem Programm.

Der 22.03.08 diente komplett der Workshop-Arbeit mit Monde Wani und damit dem weiteren Ausbau unseres Programms im Bereich des „Story-Tellings“.

Am 24.03.08 verließen wir Südafrika am frühen Morgen, erschöpft und „urlaubsreif“, im Gepäck das warme Licht der Sonne, zahllose neue Eindrücke, viele Lieder, die es nun einzuüben gilt, neue Erkenntnisse, viele Fragen und die Sicherheit, dass das Chorprojekt Shosholoza mit aller Kraft weiterarbeiten wird.

Shosholoza: Vorwärts! Voran!

 

Ein großes Plakat, das wir im Vorbeifahren sahen:

 

„The only thing that spreads faster than HIV/Aids is a positive attitude”.

 

 

2. Chorreise nach Südafrika
vom 23.03. bis 13.04.2002

Im März April fand der zweite Südafrika-Besuch des Chorprojekts statt. Im Rahmen eines Versöhnungsprojekts, eingebunden in die 100-Jahr-Gedenkveranstaltungen zum Ende des Anglo-Buren-Krieg in KwaZulu-Natal, hatte SHOSHOLOZA 10 Tage lang engen Kontakt zu verschiedenen Bevölkerungsgruppen in der Stadt Vryheid (Provinz KwaZulu-Natal) , um sich dort sowohl musikalisch als auch zu gesellschaftlichen Themen zu informieren bzw. fortzubilden. Daneben besuchten wir die von uns unterstützten Projekte in Johannesburg und Durban.

Erste Fotos von der 2. Südafrikareise

 

ITHUTENG TRUST

– Crime Victims Prevention Program –

Soweto / Johannesburg

 

Amajika Youth & Childrens Arts Project

KwaMashu / Durban

 

Victory Sonqoba Theatre Company

Alexandra und Soweto

 

In Vryheid

 

 

Siyakhula Community Music Centre (SCMC)

-Brian Thusi-

Durban

 

 

1. Chorreise nach Südafrika  22.03. bis 05.04.1997

Fotos

 

 

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Wir bitten herzlich um Spenden für die von uns unterstützten Projekte auf das nachstehende Konto!

Kontoverbindung:
Chorprojekt Shosholoza
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IBAN DE40 2806 1822 3124 5145 00
BIG GENODEF1EDE
Stichwort:  Shosholoza-Projekte

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